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Ein Beitrag aus der Kategorie: Brustkrebs-Tagebuch

In diesem Blogbereich möchte ich meine Gedanken und Erlebnisse zu meinem Leben mit Brustkrebs niederschreiben. Was mich bewegt, was mir hilft oder eben nicht. Vor allem aber möchte ich darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist die eigene Brust regelmäßig zu beobachten und abzutasten. Im Menü unter "About" findet man alle Beiträge in meinem Brustkrebs-Tagebuch. Wieviele es werden? Keine Ahnung. Worüber ich schreibe? Weiss ich noch nicht. Aber der Brustkrebs gehört seit Ende Januar 2021 zu mir und zu meinem Leben. Und darum möchte ich euch in meinem Blog daran teilhaben lassen ... wenn ihr mögt ...

Brustkrebs darf kein Tabuthema sein! Eine von acht Frauen in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Brustkrebs ist hierzulande die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Gleichzeitig sind die Heilungschancen im Vergleich zu anderen Krebsarten gut, wenn die Diagnose früh gestellt wird.

Brustkrebs-Tagebuch

Wann ist der Brustkrebs denn eigentlich vorbei?

Die ersten Monate nach der Akuttherapie.
Die ersten Monate nach der Akuttherapie.
| Brustkrebs-Tagebuch

Liebes Tagebuch, jetzt hab ich dir aber lange nicht mehr geschrieben. Und ich glaube, das ist ein gutes Zeichen. Denn der Alltag ist wieder eingekehrt. Und mit ihm sogar ein paar Veränderungen im Vergleich zum Leben "Vor dem Krebs".

Nach dem Krebs ist vor der Nachsorge

Es gibt Krankheiten die hat man, und danach ist alles wie vorher. Es gibt aber auch Krankheiten (und da gehört der Krebs auf jeden Fall dazu) da wird danach nie mehr wieder alles sein wie zuvor. Ich glaube sogar bei Krebs kann man eine klare Linie ziehen. Mein Leben vor und nach dem Krebs. Denn mein Leben ist nicht mehr das was es mal war. Das ist definitiv so. Ob das jetzt gut ist oder schlecht kann ich (noch) gar nicht so genau sagen. Aber es ist so.

Den Satz "Mein Leben hat sich durch den Krebs komplett verändert" hab ich vorher oft gehört und nie geglaubt. Jetzt, 3 Monate nach der Aktutherapie (Chemo, OP und Bestrahlung). Kann ich nun sagen: Es ist tatsächlich so. Diese sch**** Krankheit verändert einen. Viel bewusster leben wir als Famlie schon seitdem mein Mann vor 4 Jahren selbst Krebs hatte. Die Arbeit steht bei uns schon lange nicht mehr an erster Stelle. Sondern "das Leben genießen" haben wir uns auf den Plan geschrieben. Jetzt, 1 Jahr nach meiner Diagnose hat sich alles noch mehr verändert.

Die ersten Monate nach der Akuttherapie und die Suche nach der Antwort auf: Wann ist der Brustkrebs denn eigentlich vorbei? Brustkrebs-Tagebuch von Elisabeth Steger (shesmile)

Ich gehe zweimal die Woche ins Fitness Studio

Trainiere Ausdauer und Krafttraining um die Gelenk- und Muskelschmerzen (welche ich als Nebenwirkungen zu meiner Antihormontherapie habe) im Zaum zu halten. An den Tagen dazwischen gehe ich walken, mach liebend gern HulaHoop Training oder geh auch mal zum Schwimmen. Ich würde fast sagen ich bin süchtig nach Bewegung. Im Gegenzug bin ich aber auch furchtbar kaputt. Gut, vielleicht auch weil ich (für meine Verhältnisse) viel Sport mache. Aber morgens komme ich nur schwer aus dem Bett. Am Abend schlafe ich spätesten um 9 Uhr auf der Couch ein und wenn ich doch mal länger wach bin, merk ich es sofort am Tag darauf und schlaf dann auch mal am Nachmittag auf der Couch. 

Mein Körper braucht morgens auch immer eine Zeit um in Bewegung zu kommen. "Anlaufschmerz" hat meine Ärztin das mal genannt. Und ich glaube das trifft es doch sehr gut. Die Hände sind nach dem Aufwachen so starr, dass ich die Finger nicht schließen kann. Die Knie schmerzen so, dass ich nachdem ich ins Bad gehumpelt bin nur aufs Klo falle weil ich die Kniebeuge nicht schaffe ... es ist wirklich so wie es sich anhört. Ich bin zur Oma mutiert.

Bin ich dann eine Stunde in Bewegung wird es langsam besser. Kommt mein Körper Abends auf der Couch zur Ruhe, geht das Humpelstielzchenspiel beim zu Bett gehen wieder von vorne los. Auf Empfehlung meiner Ergotherapeutin hab ich mir jetzt einen Igelball für die Hände und Füße ➚ besorgt. Damit über die Finger oder Fußsohlen zu rollen tut total gut. Gerade am Morgen, direkt noch im Bett, vor dem Aufstehen.

Auf Empfehlung meiner Ergotherapeutin hab ich mir auch einen Igelball für die Hände und Füße ➚ besorgt. Damit über die Finger oder Fußsohlen zu rollen tut total gut.

Als echte Oma braucht man natürlich auch eine Tablettenbox!

Vier Stück, jeden Tag. Man hat mich das genervt. Ich wollte das einfach nicht. Ich hasse es Tabletten nehmen zu müssen. Doch es hilft ja nichts. Also hab ich mir eine bunte Tablettenbox ➚ bestellt. Und jetzt gehört es jeden Morgen einfach mit dazu das kleine Tablettengesicht mit einem Glas Wasser runterzuschlucken und gut ist! Dinge zu akzeptieren, die man eh nicht ändern kann, und das Beste draus machen. Jeden Tag aufs Neue ... manchmal ganz schön anstrengend.

Mich frustriert es immer wieder sehr so einen kaputten Körper zu haben!

Meist Abends kommen die Gedanken hoch "Ich will mein sorgenfreies Leben zurück" oder "Ist das wirklich alles passiert?" ... aber hilft ja nichts. Augen zu und durch. Augen zu und durch denke ich zur Zeit auch wenn ich an einem Spiegel vorbeilaufe. Denn klar freu ich mich, dass die Haare wieder wachsen, aber dieses undefinierbare Nest da oben auf meinem Kopf ist nicht unbedingt das Highlight der Saison. Doch wenn man irgendwann wieder Wuschel-Dutt tragen möchte, muss man da wohl durch. Also gilt auch hier "hilft ja nichts".

Schlechte Laune und miese Gedanken gar nicht erst hochkommen lassen. Ich versuch mich dann einfach abzulenken. Mit Sport oder Arbeit. Wenn die Sonne beim Erledigen der Steuer so schön ins Büro lächelt ist das ein echter Energiebooster.

Fast jeden Abend kommen die Gedanken hoch "ich will mein altes Leben zurück" ... aber hilft ja nichts. Augen zu und durch. Augen zu und durch denke ich zur Zeit auch wenn ich an einem Spiegel vorbeilaufe. Denn klar freu ich mich, dass die Haare wieder wachsen, aber dieses undefinierbare Nest da oben auf meinem Kopf ist nicht unbedingt das Highlight der Saison. Doch wenn man irgendwann mal wieder Wuscheldutt tragen möchte, muss man da wohl durch. Also gilt auch hier "hilft ja nichts". Schlechte Laune und miese Gedanken gar nicht erst hochkommen lassen.

Beim Arbeiten merke ich allerdings auch, dass ich mit der Konzentration Schwierigkeiten habe.

Ich kann mich einfach nicht mehr so lange auf ein Projekt oder Tätigkeit konzentrieren und fokussieren wie vorher. Trotzdem lieb ich es nach wie vor sehr meinem Kreativen Arbeiten nachgehen zu können. Wenn auch etwas langsamer. Nichts überstürzen. Sich nicht von selbst gesetzten Terminen stressen lassen. Das ist meine Devise für dieses Jahr. Und bisher hat es noch immer gut geklappt. Das erste Projekt ist gleich mal eine Woche später online gegangen. Egal :)

"Du musst dir Zeit geben" sagt mein Mann zur Zeit immer so schön zu mir. Ich soll aufhören Mi Mi Mi zu machen, sagt er ... und da hat er wohl auch Recht. Gerne spielt er mir das MiMiMi Video aus der Muppet Show vor. Er erinnert mich damit daran nicht den Kopf hängen zu lassen wenn das Kopfkino einen in den Wahnsinn treibt.

So, und weil das ja nun kein MiMiMi-Meckerbeitrag werden soll hab ich auch ein paar gute Dinge zu berichten:

  • Die erste Nachsorge beim Frauenarzt war unauffällig.
  • Die erste Nachsorge in der Strahlenabteilung war unauffällig.

Yes! Das darf so weitergehen!

Klar hat man am Tag der Nachsorge Angst und malt sich die verrücktesten Situationen aus, aber wenn man dann das Arztzimmer verlässt, mit der Info, dass zumindest jetzt in diesem Moment alles gut ist, ist es doch ein sehr, sehr gutes Gefühl. Wieder ein Schritt geschafft.

Nach einem schlechten Jahr kommt ein gutes Jahr!

Nach einem schlechten Jahr kommt ein gutes Jahr!

Meine Diagnose hab ich am 29. Januar 2021 bekommen. Den Abschluss hat die AHB am 15. Dezember 2021 gemacht. Den Blogbeitrag dazu hab ich nicht vergessen, reiche ich demnächst nach, versprochen ... Naja, jedenfalls war im Jahr 2021 alles erledigt. Jetzt 2022 ist es glaub ich die Kunst des Lebens wieder in die Zukunft blicken zu können. Den Gedanken "was ist wenn der Krebs doch wieder zurückkommt" zur Seite zu schieben und wieder Pläne zu machen. 

Mit den Kindern haben wir einen Plan für unser Glücksjahr 2022 geschrieben bzw. gemalt. Auf einem großen A3 Papier steht nun geschrieben was wir dieses Jahr unbedingt machen wollen. Neben den großen Eckpunkten wie die Norwegen-Reise, einem Hamburg-Trip zum König der Löwen Musical stehen auch ganz banale Dinge.

  • Grillen im Garten
  • Sich mit Freunden treffen
  • Kuschelzeit genießen
  • Geburtstage feiern 

Und damit auch zu einem weiteren Punkt, der sich zu meinem Leben "vor dem Krebs" verändert hat. Dinge nicht mehr auf die lange Bank schieben. Dinge sofort erledigen. Dann, wenn man davon träumt oder sie sich wünscht. Unsere Liste für 2022 habe ich auf Monate heruntergebrochen. So wissen wir jeden Monat genau was wir geplant haben oder (mal wieder) machen möchten.

Januar
✔ Regelmäßig ins Fitness Studio gehen
✔ Meiner Tochter das Reiten ermöglichen

Februar
✔ Zaubershow mit den Ehrlich Brothers
Nudeln selber machen
✔ Seepferdchen Party feiern (Blogbeitrag folgt)
✔ Schokofondue machen

Januar und Februar - Check! Alle Wünsche in die Tat umgesetzt! All die Dinge genießen wir ganz bewusst. Jeden Tag leben, als wäre es der Letzte.

Ich hab das Gefühl, in meinem Unterbewusstsein tickt seit der Diagnose Krebs eine Uhr die mir immer wieder sagt "Mach es jetzt, morgen könnte alles vorbei sein!"

Ich hab das Gefühl, in meinem Unterbewusstsein tickt seit der Diagnoe eine Uhr die mir immer wieder sagt "Mach es jetzt, morgen könnte alles vorbei sein!" 

Um also nochmal auf die Frage des Beitrag zurückzukommen ... VORBEI ist der Brustkrebs denk ich nie ...

Aber die Zeit wird hoffentlich zeigen, dass es immer der richtige Weg ist das Leben jeden Tag in vollen Zügen zu genießen. Und ist da mal ein schlechter Tag, dann kommt auch wieder ein Guter!

Oder wie heißt es so schön:

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende!


 

Nachtrag: ... und dann war der Blogbeitrag fertig geschrieben, und nur noch die Bilder hätte ich einfügen müssen ... waren wir alle mit Corona zwei Wochen in Quarantäne. Was für eine Sch***. Mein Mann, meine Große und ich - Positiv! 2-3 Tage Fieber, Husten, Schnupfen, Abgeschlagenheit. Wir hatten alle die gleichen Symptome. Zum Glück wurden wir aber von einem schweren Verlauf verschont. Wir mussten es "nur" schaffen uns als Familie 10 Tage zuhause "eingesperrt" nicht die Augen auszukratzen ;-) Heute konnten wir uns frei testen. Was bin ich froh. Und das erste was ich gemacht habe? Direkt ne Runde ins Fitness Studio. Man hat das gut getan! ❤ Hallo Leben, wir sind zurück!

Wir alle haben zwei Leben. Das Zweite beginnt, wenn wir realisieren, dass wir nur Eins haben.

Konfuzius

Ich genieße mein krebsfreies Leben seit

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Eigentlich Elisabeth Steger. Gründerin und kreativer Kopf von shesmile. Lese in diesem Beitrag über mich, mein Label und wie ich zum Nähen gekommen bin.

Hallo, ich bin Lisse!

Eigentlich Elisabeth Steger, Gründerin und kreativer Kopf von shesmile, Mediengestalterin und Siebdruckerin. Ich lebe mit meinen zwei Töchtern und meinem Mann in Siebeneichen, einem wunderschönen Dorf in Bayern (Oberpfalz).

Seit meiner ersten Elternzeit 2013 entstehen unter meinem Label shesmile immer neue Ideen zum Selbermachen. Auch schreibe ich offen und ehrlich über meine Brustkrebs-Erkrankung oder berichte von meinen Erlebnissen und Reisen.

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